Wohin gehen die Preise im Mobilfunk-Bereich?

Während in den meisten Bereichen die Preisentwicklung in Deutschland mehr oder weniger steil nach oben zeigt, gehen die Preise bei den Handy- und Mobilfunk-Tarifen in den letzten Jahren eher nach unten. Das ist erstaunlich, denn die Nutzung und auch die Datenvolumen haben eher zugelegt. Trotzdem bekommt man beispielsweise im Allnet-Flat Bereich eine Handyflat bereits für unter 15 Euro monatlich und Aktionsweise bieten Discounter Tarifpakete mit Datenflatrates bereits für unter 3 Euro monatlich an. DeutschlandSIM hatte beispielsweise am Wochenende so eine Aktion mit einem Grundpreis von 2.95 Euro monatlich. Die Discounter im Netz von O2 und auch O2 selber sind ohnehin sehr spendabel bei Aktionen und Sonderangeboten.

Aber auch ohne Aktion bekommt man Handytarife (je nach Netz) für um die 4.95 Euro mit Internet Flatrate. Einen Überblick darüber gibt es beispielsweise auf mobil-helden.de oder bei der Stiftung Warentest (www.test.de). Daneben verteilen aber auch viele Anbieter (selbst die Telekom) Freikarten. Damit kann man zwar nicht kostenfrei telefonieren, aber zumindest gibt es keinen Kaufpreis und keine Versandkosten.

Sinkende Terminierungsentgelten machen den Weg frei

Der Grund für den Preisverfall im Mobilfunk-Bereich sind die Preisvorgaben durch die Bundesnetzagentur. Diese legt die sogenannten Terminierungsentgelte fest, also jeden Preise, die Anbieter untereinander in Rechnung stellen dürfen. Telefoniert ein Kunden aus dem Netz von O2 zu einem Anschluss von Vodafone,d darf Vodafone dies O2 in Rechnung stellen. Diese Kosten bilden die Grundlage für die aktuellen Tarife. Die Bundesnetzagentur hatte in den letzten Jahren diese Entgelte immer wieder abgesenkt. Mussten die Anbieter 2010 noch rund 7 Cent untereinander zahlen sankt der Preis dann auf unter 2 Cent und ist mittlerweile bei 1,79 Cent pro Minute angekommen. Wenn Anbieter also immer noch 9 Cent pro Gesprächsminute von den Kunden verlangen ist die Preisdifferenz also mittlerweile deutlich ausgeprägt.

Allerdings ist mit dem aktuellen Preis auch eine gewisse Untergrenze erreicht. Selbst größere Absenkungen dürften sich kaum noch auf den Preis auswirken. Selbst wenn der Preis zukünftig um 50 Prozent reduziert würde, wäre das absolut nicht mal mehr eine Ersparnis von 1 Cent pro Minute. Die Auswirkungen sind daher wesentlich kleiner geworden und es kann durchaus sein, dass der aktuelle Trend nach unten bei den Mobilfunk-Preisen früher oder später zum erliegen kommt.

Wie wirkt sich die Fusion von O2 und Eplus aus?

Aktuell prüft die EU Kommission die Fusion von O2 und Eplus. Beide Unternehmen könnten zukünftig in einem Netz vereint sein. In Österreich hat so ein Zusammenschluss bereits für leicht steigende Preise gesorgt, weil die Reduktion von 4 auf 3 Wettbewerber im Netzbereich doch gravierendere Auswirkungen gehabt hat also man vorher eingeplant hatte. Für Deutschland will man so etwas vermeiden und daher wird die kommende Fusionierung noch kritischer unter die Lupe genommen. Eine Garantie, dass es dadurch keine negativen Auswirkungen auf die Preise gibt, existiert aber natürlich nicht.

Prinzipiell dürften die Preis aber auf einem eher niedrigen Niveau verharren. Größere Preissenkungen sind aber nicht mehr zu erwarten, solche Anpassungen nach unten gibt es wenn dann noch im Bereich der Datenflatrates und Internet-Tarife.